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Vorstellung
der Deaf History - Gehörlosengeschichte

Die Forscher der Deaf History in Deutschland und
anderen Ländern verfolgen das Ziel, Informationen über die Lebensgeschichten
einzelner Gehörlosen und das Leben in den Gehörlosengemeinschaften
von früher und heute zu sammeln und auszuwerten. Sie sind der Auffassung,
dass Gehörlose sich auch als mündige Bürger in der Historie erweisen
sollen und nicht immer als "arme Taubstumme" gelten. Mit der Veröffentlichung
neuer Forschungsergebnisse ist die Möglichkeit gegeben, die Lebensgeschichten
der Gehörlosen von früher und heute im Geschichtsbewusstsein der Gehörlosen
und Hörenden präsent zu machen.
Da die Gehörlosen sich heutzutage als eine sprachliche
und kulturelle Minderheit verstehen, können sie Anknüpfungspunkte
zu den früheren Lebensumständen der Gehörlosen finden, um sich selbst
in der Gegenwart zu verstehen und in der Zukunft zu engagieren.
Dieses Ziel hat die 1996 gegründete "Deaf History - Interessengruppe
zur Geschichte Gehörloser. Deutschland, Österreich, Schweiz" bislang
verfolgt. Sie besteht aus gehörlosen und hörenden Forschern und Interessenten.
Es hat drei Deaf History - Treffen (1996 in Leipzig, 1998 in Berlin
und 2001 in Kiel) gegeben. Während der "150 Jahre Gehörlosenbewegung"
1998 in Berlin wurde bei der seit 1993 existierenden "Interessengemeinschaft
zur Förderung der Kultur Gehörloser" (IFKG) die Namensänderung beschlossen.
Es hieß nunmehr "Kultur und Geschichte Gehörloser" (KuGG). Im Laufe
der Zeit hielten die beiden Leitungen der KuGG und Deaf History die
Vereinigung für sinnvoll. Beim 3. Treffen 2001 in Kiel ist es
auch geschehen.
Deaf History Treffen 1996 in Leipzig, vor der Samuel-Heinicke-Schule
Ferner werden folgende Schriftenreihen zur Deaf History herausgegeben:
Nr. 1: "Johann Heidsick" von Jochen Muhs
Nr. 2: "Carl Heinrich Wilke" von Helmut Vogel, Kurt Dröge & Jochen
Muhs
Nr. 3: "Gehörlose im Nationalsozialismus" von Jochen Muhs (im Plan)
Helmut Vogel |
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